Deutschland erlebt einen neuen Pegida-Moment


Die Gesellschaft steckt abermals in einem Dilemma: Wie umgehen mit einer Protestgruppe, die Extremisten und ernsthaft besorgte Bürger vereint? Gefragt ist jetzt vor allem eine klare Haltung.

Antonie Rietzschel | Süddeutsche Zeitung

Foto: dpa. Stuttgart: Zahlreiche Menschen nehmen auf dem Cannstatter Wasen an der Protestkundgebung der Initiative „Querdenken“ teil.

Besorgte Bürger und der Dialog mit ihnen – das ist die Spezialität von Michael Kretschmer. Sachsens Ministerpräsident führte ihn auch am Wochenende auf einer „Hygiene-Demo“. Er erschien ohne Maske. Auch den Sicherheitsabstand hielt er nicht ein. Kretschmer fügte sich also gut ein in den Protest.

Er wurde dennoch unflätig beschimpft. In ganz Deutschland gingen an diesem Wochenende Tausende auf die Straße, um zu demonstrieren. Auch für die kommenden Wochen sind weitere Proteste angekündigt. Die Aufrufe verbreiten sich schnell in diversen Chatgruppen. Ebenso die neuesten Fake-News, die den Protest befeuern. Dass sich diese Bewegung angesichts wachsender Lockerungen selbst erledigt, ist also reines Wunschdenken.

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