Ekliger Splatterkult: Wie sich das Blut von Johannes Paul II. über die ganze Welt verteilte


Die Verehrung der sterblichen Überreste von Heiligen gehört seit Jahrhunderten zur katholischen Volksfrömmigkeit. Von Papst Johannes Paul II. wird besonders sein Blut an zahlreichen Orten auf der ganzen Welt verehrt. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein polnischer Kardinal.

Anita Hirschbeck | katholisch.de

Es wurde verschenkt, verehrt und gestohlen: Das Blut von Papst Johannes Paul II. ist in Kirchen auf der ganzen Welt zu finden. Ein Tüchlein mit einem seiner Blutstropfen bekam etwa 2013 der damalige Kölner Kardinal Joachim Meisner überreicht. Besucher des Kölner Doms konnten das Stoffstück in einem kunstvollen Behältnis betrachten – bis Unbekannte 2016 das Gefäß aufbrachen und das Tuch entwendeten.

Auch im italienischen Dorf San Pietro della Ienca wurde Papstblut gestohlen. Die dortigen Diebe warfen den Stoff achtlos in eine Garage. Sie hatten es auf den prunkvollen, jedoch wertlosen Behälter abgesehen. Die Polizei konnte das Stoffstück später sicherstellen.

Anders in Köln: Der Blutstropfen tauchte nicht wieder auf und wurde 2017 durch ein zweites Tüchlein mit Blut ersetzt. Erzbischof Rainer Maria Woelki hatte es zu seinem 60. Geburtstag geschenkt bekommen. Das Textil, zu dem es gehöre, habe Johannes Paul II. bei dem Attentat auf ihn 1981 getragen, erklärte Woelki bei einem Gottesdienst im Dom: „Damit ist Johannes Paul II. in einer besonderen Weise hier bei uns in Köln gegenwärtig.“

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