China springt in die Lücke, welche die USA in der WHO hinterlassen und macht grosse Versprechen


Präsident Xi Jinping nutzt die virtuelle Weltgesundheitsversammlung für eine chinesische Offensive im Kampf gegen das Coronavirus. Washington erneuert derweil alte Vorwürfe.

Patrick Zoll | Neue Zürcher Zeitung

Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus ergreift die Flucht nach vorn und kündigt eine Untersuchung dazu an, wie seine Organisation sich im Kampf gegen das Coronavirus verhalten hat. Christopher Black / WHO via Reuters

Der erwartete Showdown zwischen Washington und Peking ist an der Weltgesundheitsversammlung, die dieses Jahre coronabedingt zum ersten Mal virtuell stattfindet, ausgeblieben. Die Vereinigten Staaten, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und China scharf kritisiert hatten, glänzten durch Abwesenheit. In diese Leere trat der chinesische Partei- und Staatschef Xi Jinping, der ärmeren Ländern zwei Milliarden Dollar Hilfe für ihren Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 versprach.

China will Impfstoffe mit armen Ländern teilen

Xi ging nicht auf die Vorwürfen ein, dass seine Regierung auf den Ausbruch des Virus in der Stadt Wuhan zögerlich reagiert und nicht immer mit offenen Karten gespielt habe. Vielmehr sprach er davon, dass sein Land immer transparent gewesen sei und grosse Opfer erbracht habe. Und Xi machte ein grosses Versprechen: «Chinesische Impfstoffe, wenn sie dann verfügbar sind, werden der ganzen Welt zur Verfügung stehen.» Mit diesem öffentlichen Gut trage China dazu bei, dass Impfstoffe in Entwicklungsländern verfügbar und erschwinglich seien.

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