Warum bestimmte Christen anfällig für Verschwörungstheorien sind


Verschwörungstheorien haben in der Corona-Krise Konjunktur. Der Theologe und Fundamentalismus-Experte Christoph Urban blickt auf ihre Ursprünge. Fündig wird er dabei auch im Bereich des christlichen Fundamentalismus.

Joachim Heinz | katholisch.de

Was haben Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Popsänger Xavier Naidoo und Kochbuchautor Attila Hildmann gemeinsam? Sie alle eint ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Hang zu Verschwörungstheorien. Der evangelische Theologe und Fundamentalismus-Experte Christoph Urban blickt auf die Ursprünge von Verschwörungstheorien. Und erklärt, warum bestimmte christliche Kreise dafür besonders anfällig sind.

Frage: Herr Urban, im Netz und auf Demonstrationen tauchen gerade immer mehr Menschen auf, die eine Verbindung zwischen dem Coronavirus und geheimnisvollen Mächten herstellen. Warum ist das so?

Urban: Die Bedrohung durch Corona schafft offensichtlich ein Bedürfnis nach Sinnstiftung und Komplexitätsreduktion. Viele Menschen fühlen sich überrollt. Sie suchen nach Erklärungen. Das machen sich die Verschwörungstheoretiker zunutze.

Frage: Was bieten die Theoretiker an?

Urban: Gemeinsam ist allen Verschwörungstheorien, dass sie unterstellen: Die Herrschaftsverhältnisse sind nicht so, wie sie zu sein scheinen. Es sind dunkle Mächte am Start, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen.

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