Wie Corona künstliche Intelligenzen verwirrt


Wenn Nutzer in Online-Shops plötzlich nach Schutzmasken statt nach Kopfhörern suchen, bringt das die Vorhersage-Algorithmen durcheinander.

Michael Moorstedt | Süddeutsche Zeitung

Foto: dpa-tmn. Boom in Corona-Zeiten: Fürs Online-Shopping muss man nicht raus.

Man muss schon ziemlich lange suchen, um einen Aspekt des modernen Lebens zu finden, der von der Corona-Krise nicht in Frage gestellt wurde. So viele Selbstverständlichkeiten wurden ruiniert – globale Lieferketten, medizinische Erkenntnisse, mehr oder weniger verbindliche Gesellschaftsverträge oder der kümmerliche Rest Glaube an den gesunden Menschenverstand, der einem angesichts florierender Verschwörungstheorien noch geblieben ist.

Nur die Tech-Konzerne hielten sich angesichts der Pandemie vergleichsweise wacker. Im Gegenteil: Manche Unternehmen verzeichnen die besten Geschäfte ihrer Geschichte. Nutzer- und Zugriffszahlen stiegen zu Beginn der ersten Welle beinahe ähnlich exponentiell wie die Kurven, mit denen die Infektionen beschrieben wurden und die Aktienkurse stemmten sich gegen den globalen Trend Richtung Keller.

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