Gotteswahn mit tödlichen Folgen


Bis heute halten sich Teile der charedischen Juden nicht an die Corona-Verbote und beklagen überdurchschnittlich hohe Krankenzahlen weltweit – eine Chronik mit empirischer Ursachenforschung.

Richard C. Schneider | tachles.ch

Im ultraorthodoxen Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim versammeln sich an Lag Baomer rund 2000 charedische Juden, um das Fest zu feiern. Trotz Versammlungsverbot wegen Corona. Am selben Tag dringen am Har Meron mehrere hundert Ultraorthodoxe in die Grabstätte von Rabbi Schimon Bar Jochai ein. Trotz Corona. Die Polizei nimmt mehr als 340 Menschen fest. Bei einer ultraorthodoxen Hochzeit in West Ridge, Chicago, einem der schlimmsten Corona-Hotspots in der Region, kommen Dutzende Fromme zur Feier. Die Polizei muss einschreiten. Selbiges geschieht auch bei einer Hochzeit in Golders Green im britischen London. In den USA und Grossbritannien herrscht natürlich ein Versammlungsverbot wegen Corona. Ende April kommen Hunderte religiöser Juden im ultraorthodoxen Stadtteil Williamsburg von New York zur Beerdigung von Rabbi Chaim Mertz. Obwohl dies wegen Corona verboten ist. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio setzt daraufhin einen Tweet ab, der die «jüdische Gemeinschaft» verurteilt, was ihm den Vorwurf der Verallgemeinerung und des Antisemitismus einbringt (tachles berichtete über die Ereignisse).

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