Neue Erkenntnisse über Superspreader-Ereignisse


Forscher vermuten, dass bis zu 80 Prozent der Covid-19-Ansteckungen auf nur zehn Prozent der Infizierten zurückgehen könnten

Klaus Taschwer | DERSTANDARD

Einsatz eines Covid-19-Testtrupps in einem deutschen Schlachthof in Hamm. Dass es in der fleischverarbeitenden Industrie zu einer besonderen Häufung von Fällen kam, hängt auch mit den besonders günstigen Übertragungsbedingungen für das Virus zusammen. APA/AFP, INA FASSBENDER

Die jüngste Häufung von Covid-19-Fällen in Österreich gibt es in Wien und Umgebung: Infektionen in zwei Postverteilerzentren in Inzersdorf und Hagenbrunn hängen eng mit jenen in einer Logistikzentrale eines Möbelhauses in Floridsdorf, mit erkrankten Kinder und Betreuern in einem Kindergarten in Liesing und infizierten Personen in Flüchtlingsunterkünften in Wien zusammen.

Dieser Cluster ist der jüngste von bisher insgesamt 268 solcher Häufungsfälle, die von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) aufgearbeitet wurden (Stand 19. Mai). Von insgesamt 16.266 nachgewiesenen Covid-19-Erkrankungen lassen sich damit 4.672 einem dieser Cluster zuordnen. Das ist mittlerweile deutlich mehr als ein Viertel aller nachgewiesenen Infektionen.

Die drei Cluster aus dem Bereich Freizeit fallen dabei besonders auf: Sie decken nicht weniger als 1.093 Infektionen ab. Einer dieser Cluster bezieht sich auf die Infektionskette, die vom Wintersportort Ischgl und den dortigen Après-Ski-Aktivitäten ihren Ausgang genommen hat, einem zweiten liegt das Après-Ski in St. Anton am Arlberg zugrunde, wie Daniela Schmid bestätigt, Leiterin der Abteilung Surveillance und Infektionsepidemiologie der Ages.

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