Umwelt-DNA: Erbgutnachweis aus der Luft gegriffen


Insekten und andere Organismen hinterlassen genetische Fingerabdrücke, wenn sie durch die Luft fliegen. Zoologen und Botaniker sammeln Schwebstaubpartikel mit Filtern und entnehmen ihnen DNA-Proben. Damit könnten künftig bestimmte Insekten- oder Tierarten gezielt überwacht werden.

Volker Mrasek | Deutschlandfunk

Auch Schmetterlinge hinterlassen DNA-Partikel in der Luft. Die Fülle an herausgefilterter Umwelt-DNA überraschte selbst die Forscher (Scott Carroll / Unsplash)

Es ist kaum zu glauben, aber offenbar kann man in der Luft lesen, wer sie durchflogen oder durchschritten hat. Insekten und andere Organismen hinterlassen darin genetische Fingerabdrücke. Und dieses flüchtige Erbmaterial lässt sich einfangen und untersuchen.

Demnach kann man Umwelt-DNA förmlich aus der Luft greifen: „Das war jetzt die erste Studie, um zu zeigen, dass es überhaupt funktioniert.“ Die Arbeitsgruppe von Fabian Roger hat diese Pilotstudie in Schweden durchgeführt. Der Ökologe ist zwar Deutscher, forscht aber an der Universität Lund. Roger postierte einen Aerosol-Sammler in einer Graslandlandschaft, von der bekannt ist, welche Insekten dort vorkommen.

Das Gerät saugt Luft an, samt der enthaltenen Schwebstaubpartikel, und die landen dann in einem Filter: „Und Insekten hinterlassen ganz kleine Teilchen. Entweder in Form von Zellen oder Hautschuppen oder auch Stuhl. Und das kann ich mir vorstellen, dass wir das in unseren Proben wiederfinden. Allerdings muss ich dazu sagen: Was wir genau wiederfinden, weiß ich nicht.“

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