Wissenschaft: Gleiche Daten – unterschiedliche Ergebnisse?


Die Wissenschaft lebt von der kritischen Selbstkontrolle – Ergebnisse und Analysen sollten reproduzierbar sein. Wie gut dies funktioniert, haben nun Wissenschaftler in einem Experiment überprüft: Sie ließen 70 Forscherteams unabhängig voneinander dieselben 108 Hirnscan-Datensätze analysieren. Aufgabe war es, anhand der Daten neun Hypothesen zu bestätigen oder zu widerlegen. Es zeigte sich: Die Zwischenergebnisse nach der Datenauswertung waren noch relativ ähnlich, bei den Hypothesen gab es bei fünf von neun erhebliche Diskrepanzen. Gerade bei komplexen Daten seien daher Transparenz und kritische Überprüfung wichtig, so die Forscher.

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Aufnahme des Gehirns mittels funktioneller Resonanztomographie. (Bild: akesak/ iStock)

Wenn es um komplexe Fakten oder neue Phänomene geht, arbeiten sich auch Wissenschaftler oft erst schrittweise zu einem Verständnis des ganzen Bildes vor. Die aktuelle Corona-Pandemie illustriert diesen typischen Prozess des Erkenntnisgewinns sehr deutlich: Anfangs war nur wenig über das Virus und seine Auswirkungen bekannt und die Daten beruhten auf kleinen, oft lokalen Studien. In dem Maße, indem mehr Daten hinzugekommen sind, haben sich einige anfängliche Vermutungen erhärtet, andere mussten revidiert oder zurückgezogen werden. Im Laufe der Pandemie haben sich dadurch auch die Aussagen und Empfehlungen der Experten in Teilen gewandelt – Stichwort Masken. In der Bevölkerung sorgte dies teilweise für Unverständnis und Verunsicherung. Doch die Fähigkeit, auf Basis neuer Erkenntnisse alte Annahmen immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren, ist letztlich der Motor des wissenschaftlichen Fortschritts – und eine wichtige Säule der internen Qualitätskontrolle.

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