Evolution und Medizin: Doktor Darwin

Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Als Patentrezept für ein gesundes Leben gelten frei nach Darwin Steinzeitdiät, viel Bewegung und Natur. Paradoxerweise hat die Evolution aber gar keine „optimale Gesundheit“ hervorgebracht; Mensch und Tier teilen sich uralte Anfälligkeiten. Sie besser zu verstehen, könnte die Medizin voranbringen.

Lennart Pyritz | Deutschlandfunk

Schon die alten Ägypter litten an vermeintlich „modernen Zivilisationskrankheiten“ wie Atherosklerose. Die Anfälligkeit dafür ist offenbar ein evolutionäres Erbe. (picture alliance / PAP / Jacek Turczyk)

„Warum um alles in der Welt ist der Geburtskanal so eng, dass Babys und Mütter manchmal sterben? Das ist ein schlechtes Design.“

Die Evolution hatte nun wirklich lange genug Zeit, uns Menschen zu optimieren. Trotzdem sterben Babys, weil der Geburtskanal zu eng ist. Und wer überlebt, hat gute Chancen, dick und zuckerkrank zu werden.

„Die Frage ist, warum hat die natürliche Auslese da keinen besseren Job gemacht?“ Vielleicht sind wir einfach nicht für das moderne Leben gemacht.

„Viele Erkrankungen haben irgendwo einen starken evolutionären Ursprung. Wir werden deswegen diese Erkrankungen nur besser verstehen, wenn wir die evolutionären Prozesse, die zugrunde liegen, halt auch einbeziehen.“

Also zurück in die Steinzeit. Die Heilung an der Wurzel des Stammbaums suchen.

Herz-Check bei der Schimpansin Pandora

„Eines Tages bekam ich einen Anruf von unserem örtlichen Zoo, dem Zoo von Los Angeles: Einer ihrer tierischen Patienten, ein Menschenaffe, hatte ein neurologisches Problem.“

Barbara Natterson-Horowitz ist eine energische Frau mit dunkler Kurzhaarfrisur und dickrandiger Brille. Sie hat den Laptop hochgefahren. Mit beinahe liebevollem Gesichtsausdruck zeigt sie auf das Bild einer Schimpansin.

„Und sie wollten, dass ich mir ihr Herz anschaue, um sicher zu gehen, dass es nicht die Ursache des Problems war.“

weiterlesen