Gehört das Kreuz auf Berlins neues Schloss?


Ende Mai wird ein Kran die Laterne auf die Kuppel der rekonstruierten Hohenzollernresidenz in Berlin heben. Ihre Spitze bildet das christliche Symbol. Kritiker halten das für nicht mehr zeitgemäß. Argumente für und wider.

WELT

Sieben Jahre nach der Grundsteinlegung ist das wiederaufgebaute Berliner Schloss fast vollendet. Nur ein bedeutendes Detail fehlt noch: die Laterne auf der Kuppel.

Ende des Monats soll ein Kran sie auf den höchsten Punkt des Bauwerks heben. An der Spitze wird dann wieder das vergoldete Kreuz glänzen und daran erinnern, dass sich unter der Kuppel einst die Schlosskapelle befand.

Als vor drei Jahren bekannt wurde, dass durch eine private Spende die Rückkehr des christlichen Symbols möglich würde, setzte heftige Kritik ein. Ein Kreuz passe nicht zur neuen Nutzung des Hauses als Humboldt Forum, als eines Ortes für den gleichberechtigten Dialog der Weltkulturen.

Wegen dieser multikulturellen Nutzung, so argumentieren Politiker von Grünen und Linkspartei und die Stiftung Zukunft Berlin, dürfe über allem kein christliches Kreuz prangen.

Unter diesem Symbol könne „kein offener Dialog der Kulturen gelingen“, meint etwa die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag.

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