Pionierin des US-Abtreibungsurteils liess sich von Gegnern bezahlen


In einem neuen Dokumentarfilm gesteht die Protagonistin des berühmten US-Abtreibungsurteils Roe v. Wade, sie sei später gegen Geld als Abtreibungsgegnerin aufgetreten. «Es war alles eine Show», so Norma McCorvey.

Martin Kilian | thunertagblatt.ch

Norma McCorvey, eine Frau mit einem problematischen Leben, in der Dokumentation «AKA Jane Roe». Foto: Keystone/FX via AP

Sie war die unbekannte junge Amerikanerin, die 1973 gegen das Abtreibungsverbot im Staat Texas klagte. Ihr Fall, weltbekannt als «Roe v. Wade», landete vor dem obersten Bundesgericht in Washington, mit sieben zu zwei Stimmen urteilte das Verfassungsgericht zu Gunsten der Abtreibungsfreiheit in den Vereinigten Staaten. Bis heute polarisiert dieses Urteil, vor allem konservative evangelikale Christen fordern eine Umkehr.

Die Klägerin offenbarte sich später als Norma McCorvey, eine Frau mit einem problematischen Leben. Als Mädchen war sie misshandelt, als schwule junge Frau ausgegrenzt worden. Trat sie Jahre nach dem Urteil zunächst als Befürworterin der Abtreibungsfreiheit an die Öffentlichkeit, so wandelte sich McCorvey anfangs der neunziger Jahre zu einer Abtreibungsgegnerin.

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