Spektakulärer Skelettfund in der Uckermark


Vom Alter her kann sie es möglicherweise fast mit „Ötzi“ aufnehmen: In der Uckermark wurde ein Frauenskelett entdeckt, das 4500 Jahre alt sein soll.

Markus Wehner | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bei Erdarbeiten für die Errichtung von Windkraftanlagen wurde das Skelett in der Uckermark entdeckt. Bild: Philipp Roskoschinski/Archaeros-Archäologische Beratung und Projektausführung/dpa

Einen Namen hat die alte Dame noch nicht – anders als ihr „Kollege“ Ötzi, der 1991 in Südtirol entdeckt wurde. Vielleicht könnte sie „Ucka“ getauft werden. Denn gefunden wurde sie jetzt in der brandenburgischen Uckermark. Vom Alter her kann sie es möglicherweise mit der Alpen-Mumie fast aufnehmen. Die Überreste der Frau sollen 4500 Jahre alt sein. Die Bestattung könnte am Ende der Jungsteinzeit zwischen 2200 und 2500 vor Christus stattgefunden haben – Ötzis Alter wird mit 5300 Jahren angegeben.

Gefunden wurde das Skelett bei Ausgrabungen für eine Windkraftanlage in Bietikow nahe Prenzlau. Die Archäologen Philipp Roskoschinski und Christoph Rzegotta, die es ausgruben, sind begeistert. Das Skelett gilt als seltener und aufregender Fund von „hoher wissenschaftlicher Bedeutung“. Die Frau, deren Lebensalter noch unklar ist, wurde nicht auf einem Friedhof beigesetzt, sondern wahrscheinlich in einer Siedlung. Bestattet wurde sie in der Hockerstellung: Beine und Arme seien angezogen, der Kopf weise nach Osten, der Blick nach Norden, so die Archäologen. Die Hockerbestattung gilt als eine der ältesten Formen der Grablegung von Verstorbenen, die vor allem bei Funden aus der Jungsteinzeit oft anzutreffen ist.

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