USA: Religiöser Wahlkampf in der Corona-Krise


In diesem Jahr wird einer neuer US-Präsident gewählt und mit Joe Biden könnte erstmals seit John F. Kennedy ein Katholik ins Weiße Haus einziehen. In den protestantisch geprägten USA wäre das eigentlich ein Aufreger-Thema, doch wegen der Corona-Krise ist in diesem Wahlkampf vieles anders als sonst.

Andreas G. Weiß | katholisch.de

Es kann kein Zweifel bestehen: Die USA befinden sich im Wahlkampfmodus. Zahlreiche Medien sind voll von Partei-Werbespots, die Umfrageinstitute liefern im Tagestakt die neuesten Prognosen und Stimmungsbarometer. Und dennoch ist in diesem Wahljahr vieles nicht so, wie man es aus den letzten Rennen um das „Oval Office“ gewohnt war.

Etliche Themen, die in den zielgruppenorientierten Wahlkämpfen der beiden Großparteien gerne werbetechnisch ausgeschlachtet werden, sind von der Bildfläche verschwunden. Dies betrifft auch die sonst mitunter zielsicher platzierten religiösen Themenfelder: Kein Wort darüber, dass mit Joe Biden genau 60 Jahre nach dem Wahlsieg von John F. Kennedy der zweite Katholik in das Weiße Haus einziehen könnte. Ebenso vergeblich sucht man die religiös konnotierten Fragestellungen, die viele Meinungsinstitute während vorangegangener Wahlkämpfe besonders interessiert hätten. Donald Trumps Glaubensleben ist – anders als im Jahr 2016 – kein Thema.

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