Hummel-Bisse lassen Blüten sprießen


Wenn hungrige Hummeln keine Blüten finden, greifen sie zu einer rabiaten Maßnahme, berichten Forscher: Die Insekten beißen Pflanzen im Umfeld ihres Stocks in die Blätter. Die Botschaft lautet dabei offenbar: „Los, fang an zu blühen!“ Denn die so traktierten Pflanzen bilden um bis zu einem Monat früher Blüten aus als Vergleichsexemplare. Vermutlich hat sich dieses Phänomen zur zeitlichen Abstimmung der Pflanzen mit ihren Bestäubern entwickelt, erklären die Forscher.

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Hummeln beschädigen offenbar gezielt Blätter, um eine Reaktion zu verursachen. (Hannier Pulido, De Moraes and Mescher Laboratories)

Gemütlich brummen sie von Blüte zu Blüte – die Hummeln sind schon früh im Jahr unterwegs, um Pollen und Nektar für die Aufzucht ihrer Brut zu beschaffen. Die Pflanzen bieten ihnen diese Nahrung großzügig an, denn die Insekten leisten ihnen dafür einen wichtigen Dienst: Sie tragen den Blütenstaub von einer Blüte zur nächsten und sorgen dadurch für die Befruchtung und Samenentwicklung. Es handelt sich um eine uralte Partnerschaft zwischen den Blütenpflanzen und spezialisierten Insekten wie den Hummeln. Für beide ist dabei wichtig, dass Angebot und Nachfrage zeitlich gut abgestimmt sind. Denn wenn sich die Blüten öffnen, sollten die Bestäuber da sein – und umgekehrt brauchen die Insekten eine gute Nahrungsversorgung, um sich optimal zu entwickeln.

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