So könnte die Zukunft der Kirche in Australien aussehen


Die Kirche in Australien steckt in der größten Krise ihrer Geschichte: Der Missbrauch durch Geistliche hat das Vertrauen in die Kirche massiv erschüttert. Die Bischöfe haben einen Bericht in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse nun vorliegen – und tiefgreifende Veränderungen der Kirche vorsehen.

Roland Müller | katholisch.de

Bild: © Fotolia

Mehr Einfluss für Laien, eine größere Zahl von Frauen in Leitungspositionen und ein offener Umgang mit den Finanzen von Kirchengemeinden und Diözesen – diese Änderungsvorschläge macht diversen Medien zufolge ein Bericht zu neuen Leitungsstrukturen in der katholischen Kirche von Australien. Die Bischöfe des Landes hatten das Papier bei einer siebenköpfigen Expertengruppe auf Empfehlung der „Royal Commission“ in Auftrag gegeben, die die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen in der Kirche geprüft hatte. Das staatliche Gremium zur Verfolgung von Kindesmissbrauch hatte in der Kirche des Landes „eine Kultur des ehrerbietigen Gehorsams“ ausgemacht, die jahrzehntelangen Missbrauch förderte und dessen Vertuschung ermöglichte. Auch viele Bischöfe des Landes hatten ein „katastrophales Versagen“ der Kirche eingeräumt und ihren Willen zu Veränderungen bekräftigt.

Die konkreten Vorschläge des etwas mehr als 200 Seiten umfassenden Berichts ist bislang noch geheim und liegt nur der Australischen Bischofskonferenz vor. Diese hatte Anfang der Woche die 86 Punkte für eine Erneuerung der kirchlichen Leitungsstrukturen offiziell begrüßt und angekündigt, sich auf ihrer kommenden Vollversammlung im November intensiv mit den Ergebnissen der Expertengruppe auseinanderzusetzen. Die Bischöfe sehen in dem Papier „weitreichende Auswirkungen für Leben und Sendung der Kirche“, wie der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Brisbanes Erzbischof Mark Coleridge, sagte.

weiterlesen