Wie KI das menschliche Handlungsvermögen untergräbt


Wie steht es mit der Handlungsfähigkeit des Menschen, wenn ihn zunehmend Expertensysteme alias KI umgeben und seine Entscheidungen vorwegnehmen?

Stefan Krempl | heise online

Es ist das Mantra, das von Verfechtern der Künstlichen Intelligenz (KI) immer wieder als Beruhigungspille gereicht und von Datenethikern allseits gefordert wird: Die „letzte“ Entscheidungsgewalt über auch noch so ausgefuchste Algorithmen-getriebene Systeme hat natürlich der Mensch. Ob es ums Töten mit Killer-Drohnen geht oder die brenzlige Situation beim Fahren mit Autopilot: ein vernunftbegabtes Wesen aus Fleisch und Blut soll immer eingriffsfähig sein und die Geschicke auf Basis der maschinellen Erkennungsmöglichkeiten im Endeffekt lenken.

Vor allem im militärisch-industriellen Komplex, wo längst an autonomen tödlichen Waffen geforscht und gearbeitet wird, wird diese Zauberformel beschworen. Der Mensch bleibe auch bei weitgehend autonom agierenden Kampfsystemen „in the loop“, lautet hier die Standardversicherung. Er bestimme also, welches Ziel die Maschine angreift, und löse innerhalb der Entscheidungskette dann auch die Hellfire-Rakete oder den Gewehrschuss aus.

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