Rabbiner Homolka: Enteignung der Bibel kommt immer wieder vor


Dass im Bibel-Sonderheft der „Herder Korrespondenz“ keine jüdische Stimmte vorkam, löste Proteste der Rabbinerkonferenz aus. Die Bibel werde immer wieder von Christen vereinnahmt, sagt Walter Homolka – und ruft zum Dialog zwischen den Religionen auf.

katholisch.de

Der Rabbiner Walter Homolka hat die christliche Vereinnahmung der Bibel kritisiert. Wenn in einem Sonderheft zur Bibel christliche Theologen über die Hebräische Bibel sprächen, „ohne dass wir Juden selbst zu Wort kommen, empfinde ich das im Sinne der postkolonialen Theorie als Enterbung“, sagte Homolka in einem Interview in der Juni-Ausgabe der „Herder Korrespondenz“. Darin nimmt er Bezug auf die Kritik der Allgemeinen Rabbinerkonferenz (ARK) am Bibel-Sonderheft der Zeitschrift. Die ARK monierte Ende April, dass im Heft „Die Bibel – Der unbekannte Beststeller“ keine jüdische Stimme vorgekommen war. 

„Die christliche Bibel besteht zu vielleicht 70 Prozent aus dem Alten Testament, also der Hebräischen Bibel, dem Tanach. Dies ist der heilige Text für uns Juden und war auch der heilige Text, auf den sich die ersten Christen bezogen haben“, so Homolka.

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