Sternbildungsschübe in unserer Milchstraße


Wenn Galaxien kollidieren oder einander zu nahe kommen, kann dies prägende Auswirkungen haben – das gilt auch für unsere Milchstraße. Jetzt haben Astronomen festgestellt, dass einer unserer kleinen Nachbarn, die Sagittarius-Zwerggalaxie, einen entscheidenden Einfluss auf die Sternbildung in unserer Galaxie gehabt haben könnte. Denn diese Zwerggalaxie wanderte gleich dreimal in den letzten knapp sechs Milliarden Jahren durch die Milchstraße hindurch. Dies verursachte jedes Mal einen starken Schub der Sternbildung, wie die Forscher berichten. Bei dem ersten dieser Sternbildungsschübe vor rund 5,7 Milliarden Jahren könnte auch unsere Sonne entstanden sein.

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Die Sagittarius-Zwerggalaxie ist mehrfach durch die Milchstraße hindurch gewandert. (Bild: ESA)

Die Milchstraße bewegt sich nicht isoliert durch das All, sondern hat im Laufe ihrer Geschichte immer wieder enge Annäherungen oder sogar heftige Kollisionen mit Nachbargalaxien erlebt. Bei einem Teil dieser Karambolagen kamen beide Partner glimpflich davon und tauschten nur Gase und Sterne untereinander aus. Vor rund zehn Milliarden Jahren erlebte die Milchstraße jedoch eine so heftige Kollision mit einer Zwerggalaxie, dass diese komplett zerrissen wurde. Aus den Überresten und den innerhalb unserer Galaxie umhergeschleuderten Sternen entstand wahrscheinlich erst die dichte „Sternenbeule“ im Milchstraßenzentrum und auch ein Großteil des umgebenden Halo. Beobachtungen von Kollisionen anderer Galaxien belegen zudem, dass solche Ereignisse oft zu Phasen verstärkter Sternbildung in den Kollisionspartnern führen. Die starken Turbulenzen fördern den Kollaps von Gaswolken und damit die Entstehung neuer Sterne.

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