Homophobie: Christliche Sexualpädagogik und ihre Netzwerke


In Deutschland wurden „Therapien“ gegen Homosexualität verboten. In Österreich gibt es dafür kein Verbot, aber eine Lobby, die erzkonservative Bilder von Sexualität verbreitet

Brigitte Theißl, Beate Hausbichler | DERSTANDARD

Erzkonservative katholische Positionen zur Sexualität schaffen es bis heute in die Klassenzimmer und darüber hinaus. Foto: APA/Ralf Hirschberger

Wer in Deutschland Pseudotherapien gegen Homosexualität anbietet, muss nun mit einer Strafe rechnen, das Gesetz dazu wurde Anfang Mai beschlossen. Solcherart „Therapien“ verursachen viel Leid, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Das neue Gesetz soll dem ein Ende setzen und zum Ausdruck bringen, dass „wir jeden so akzeptieren, wie er ist“, so der offen schwule CDU-Politiker.

Diese Haltung zur Homosexualität ist bis heute keine Selbstverständlichkeit. So wurde erst 2018 bekannt, dass in Österreich im Sexualkundeunterricht teilweise ein ganz anderes Bild vermittelt wird. Der Verein „Teenstar“ verbreitete dort in sexualpädagogischen Workshops erzkonservative Ansichten über Homosexualität, Masturbation und „außerehelichen“ Sex. Laut Recherchen des „Falter“ analysierten das zuständige Bildungsministerium, die Koordinationsstelle für Gesundheitsförderung und das Bundeszentrum für Sexualpädagogik die Teenstar-Unterlagen. Ihr Fazit: Die Unterlagen enthalten geschlechterdiskriminierende und menschenrechtlich bedenkliche Aussagen.

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