Klimawandel bis in die Tiefsee


Verzögerter Tiefeneffekt: Die heute vom Ozean aufgenommene Wärme wird bis 2100 die Tierwelt der Tiefsee empfindlich treffen, wie eine Studie belegt. Selbst bei striktem Klimaschutz wird die Tiefseefauna immer schneller wandern müssen, um noch geeignete Wasserbedingungen zu finden. Weil die Wärme nur langsam in die Tiefe dringt, hat schon der heutige Klimawandel eine nicht mehr zurücknehmbare Auswirkung, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten.

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Der Ozean schluckt enorme Mengen Wärme, die sich nur langsam bis in die Tiefe ausbreiten. © Björn Forenius/ iStock

Die Ozeane sind der wichtigste Puffer im Klimasystem. Sie absorbieren mehr als 90 Prozent der Wärme, die durch den anthropogenen Treibhauseffekt entsteht und nehmen große Mengen Kohlendioxid auf. Das allerdings geht nicht spurlos an den Meeren vorüber: Schon jetzt häufen sich marine Hitzewellen und Temperaturrekorde, das Wasser wird saurer und immer sauerstoffärmer.

Artenverschiebung als Indikator

Gängiger Ansicht nach sind von diesen Veränderungen bisher vor allem die oberflächennahen Wasserschichten betroffen. Weil der enorme Wasserkörper des Ozeans träge auf Veränderungen reagiert und sich daher CO2 und Wärme nur langsam nach unten hin ausbreiten, galten die tieferen Zonen der Meere als noch weitgehend unberührt.

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