Covid-19: Neuer Ansatz gegen den Zytokinsturm?

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Im Fall von Covid-19 ist ein aktives Immunsystem nicht immer Garant für einen glimpflichen Ausgang – im Gegenteil: Bei einigen Patienten führt eine übermäßige Reaktion der Abwehr zu einem sogenannten Zytokinsturm und damit zu schweren, oft tödlichen Entzündungsreaktionen und Gewebeschäden. Jetzt haben US-Mediziner ein schon zugelassenes Medikament identifiziert, das den Zytokinsturm hemmen könnte. Demnach scheinen die gegen Bluthochdruck und Prostatavergrößerungen eingesetzten Alphablocker bremsend auf diese Überreaktion zu wirken. Jetzt hat in den USA eine erste klinische Studie dazu begonnen.

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Ausschüttung von Zytokinen durch eine T-Zelle. (Bild: selvanegra/ iStock)

Schon bei der „Spanischen“ Grippe im Jahr 1918 beobachteten Mediziner, dass es gerade bei jungen Patienten häufig zu einer fatalen Entgleisung der Immunreaktion auf die Infektion kam. Die Patienten entwickelten dadurch schwere Entzündungen im ganzen Körper, in deren Verlauf Zellen und schließlich ganze Organe zugrunde gingen. Heute weiß man, dass dieser sogenannte Zytokinsturm durch entzündungsfördernde Botenstoffe ausgelöst wird, die bei bestimmten Infektionen in Massen durch die Zellen freigesetzt werden. Dies wiederum aktiviert weitere Immunzellen und kann zu einer ganzen Kaskade von zellzerstörenden und Entzündungen verstärkenden Reaktionen führen. Inzwischen legen Untersuchungen bei Covid-19-Patienten nahe, dass auch Sars-CoV-2 in manchen Fällen einen Zytokinsturm verursachen kann. So zeigen auffällig viele Patienten mit schweren Verläufen hohe Werte von Zytokinen im Blut. Auch die schweren Lungen- und Gefäßschäden könnten zumindest zum Teil auf diese körpereigene Reaktion zurückgehen.

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