Das Kreuz droht zur Hypothek für das Berliner Stadtschloss zu werden


Um das Kreuz auf dem Berliner Stadtschloss wurde schon vor Jahren gestritten – doch gelöst wurde der Konflikt nicht. Wenn die Debatte jetzt nicht nachgeholt wird, droht dem Humboldt Forum dauerhafter Schaden, kommentiert Steffen Zimmermann.

Steffen Zimmermann | katholisch.de

An diesem Freitag soll – sofern es die Windverhältnisse zulassen – das Kuppelkreuz auf das Berliner Stadtschloss aufgesetzt werden. Eigentlich könnte dies ein Grund zur Freude sein, schließlich zeigt die Aktion, dass der Wiederaufbau des Schlosses kurz vor der Vollendung steht. Doch von Freude keine Spur: Nicht nur, dass die geplante Eröffnung des Humboldt Forums im Inneren des Schlosses vor wenigen Wochen zum zweiten Mal verschoben werden musste – diesmal wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Auch das Kreuz auf der Kuppel sorgt kurz vor seiner Errichtung erneut für Streit.

Schon vor drei Jahren hatte es eine hitzige Debatte um das christliche Symbol auf dem auch für den interkulturellen und interreligiösen Dialog vorgesehenen Gebäude gegeben. Diese Diskussion, die für das inhaltliche Profil des künftigen Museumskomplexes durchaus fruchtbar hätte sein können, wurde damals durch ein Votum der Bauherren abrupt beendet – gelöst wurde der Konflikt dadurch aber nicht. Das rächt sich nun.

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