Gottesdienste sind (k)ein Corona-Pfuhl

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Der Vorfall in einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt lässt nun die Debatte um die Infektionsgefahr in Kirchen neu aufkommen. Dabei ist ein Gottesdienstbesuch nicht gefährlicher als ein Einkauf – solange man sich an wichtige Regeln hält.

Tobias Rösmann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Mehr als 100 Infizierte: Ein Gottesdienst der Baptisten-Gemeinde in Frankfurt wirkte als Corona-Herd. Bild: dpa

Das Geschehen in einer freien Baptisten-Gemeinde in Frankfurt hat viele Gläubige aufgeschreckt. 112 Corona-Infizierte gibt es dort nach einem Gottesdienst am 10. Mai. Weil die Mitglieder aus der ganzen Region stammen, fahnden die Behörden nun aufwendig nach allen Kontaktpersonen. Und die Zahl der Covid-19-Kranken wird vermutlich weiter steigen.

Fast vier Wochen, nachdem in Hessen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden dürfen, fragen sich nun vor allem Ältere: Ist ein Besuch in einem Gotteshaus sicher genug? Die Antwort lautet: Ja – wenn die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Denn Gottesdienste sind kein ungeregelter Pandemie-Pfuhl und deshalb nicht gefährlicher als ein Einkauf im Supermarkt.

Um die Infektionsgefahr gering zu halten, gibt es zum einen die Verordnung des Landes Hessen. Sie regelt für Gottesdienste nicht viel, schreibt aber einen für den Infektionsschutz entscheidenden Mindestabstand von 1,50 Meter vor. Davon dürften sämtliche Bewohner des Rhein-Main-Gebiets ohnehin schon gehört haben.

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