Kultur der Schimpansen ist überraschend vielfältig


Ähnlich wie wir nutzen Schimpansen in ihrem Alltag erlernte Techniken, um beispielsweise an Nahrung zu kommen. Wie vielfältig diese Form der Kultur bei den Menschenaffen ist, verdeutlichen nun Beobachtungen in Afrika. Statt der bisher nur zwei bekannten Varianten, Termiten aus ihrem Bau zu angeln, entdeckten Forscher dort 38 Techniken, die von den Schimpansen je nach Gruppe und Ort ganz unterschiedlich kombiniert werden.

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Ein Schimpanse aus Goualougo in der Republik Kongo beim Termitenangeln. (Bild: Goulaougo Triangle Ape Project

Die Fähigkeit, von anderen zu lernen, ist eines der prägendsten Merkmale unsere Spezies. Denn erst durch diese gegenseitige Weitergabe von Fertigkeiten und Kulturtechniken entwickelte der Mensch sich bis auf seinen heutigen Stand weiter. Lange galten Traditionen und Kultur daher als spezifisch menschlich. Doch in den letzten Jahrzehnten haben Biologen auch bei einigen andern Tierarten, darunter den Menschenaffen, Indizien für ein solches kulturelles Lernen gefunden.

Schimpansen beim Termitenangeln

Ein Beispiel für Tiere „mit Kultur“ sind die Schimpansen. Sie haben im Laufe der Zeit ganz spezifische Techniken entwickelt, um an Nahrung zu kommen – und diese werden von Generation zu Generation innerhalb der Gruppe weitergegeben. Zu solchen Kulturtechniken gehört beispielsweise das Nüsseknacken, das Fischen nach Algen, die Nutzung von Höhlen oder auch das Angeln nach Termiten. Doch wie vielfältig ist die Kultur der Schimpansen? Und sind diese Techniken wirklich so komplex, dass die Affen sie nur voneinander gelernt haben können, statt sie unabhängig voneinander einfach immer wieder neu zu erfinden?

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