Warnung vor schneller Remdesivir-Zulassung


Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission warnt vor einer baldigen Zulassung des Medikaments Remdesivir gegen Covid-19. Nach NDR-Informationen hat auch die Europäische Arzneimittelagentur noch Fragen.

Christian Baars, Markus Grill | tagesschau.de

Eine Ampulle des Ebola-Medikaments Remdesivir wird während einer Pressekonferenz im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg gezeigt | Bildquelle: REUTERS

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, warnt vor einer schnellen Zulassung des Arzneimittels Remdesivir gegen Covid-19. „Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen“, sagt Ludwig. „Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt hat, ist, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden.“

Noch kein Antrag gestellt

Anfang vergangener Woche hat der Chef der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, Guido Rasi, erklärt, dass seine Behörde „in den kommenden Tagen“ eine bedingte Marktzulassung für Remdesivir in Europa erteilen könne. Auf NDR-Nachfrage räumte die EMA jetzt aber ein, dass der Hersteller von Remdesivir, der Pharmakonzern Gilead, bisher noch gar keinen Antrag auf Zulassung eingereicht habe. Man erwarte aber, dass dieser in Kürze eintreffen werde.

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