Gefangene IS-Mitglieder stellen große Gefahr dar


Weiterhin warten Tausende IS-Dschihadisten in Gefängnissen der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien auf ihr Verfahren. Die internationale Gemeinschaft hat bisher nichts unternommen, um einen entsprechenden Gerichtshof einzurichten.

ANF-News

Die Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft, insbesondere die EU, haben die Rücknahme ihrer in Nordostsyrien inhaftierten IS-Dschihadisten verweigert. Um dennoch eine Lösung für das Problem zu finden, bemüht sich die Selbstverwaltung seit zwei Jahren um die Einrichtung eines internationalen Gerichtshofs zur Aburteilung der IS-Verbrecher. Opfer betonten immer wieder, dass die Taten des „Islamischen Staat” (IS) nach Möglichkeit dort verurteilt werden sollten, wo sie begangen wurden. Auch Jurist*innen unterstützen diese Position, da so der Zugang zu Tatorten und die Teilnahme von Zeug*innen ohne weiteres möglich wäre. Da jedoch nichts in Hinsicht auf die Einrichtung eines solchen Gerichts von Seiten der internationalen Gemeinschaft geschehen ist, stellen die inhaftierten Dschihadisten weiterhin eine ernste Bedrohung für Nord- und Ostsyrien dar.

In der Region befinden sich etwa 19.000 IS-Dschihadisten auf 16 Gefängnisse verteilt. In den vergangenen zwei Jahren kam es zu zahlreichen Fluchtversuchen und Aufständen. Die Aufstände eskalieren zunehmend, auch wenn sie bisher – wie in Tabqa, Hol und Hesekê – mit Hilfe der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) eingedämmt werden konnten. Die inhaftierten IS-Dschihadisten stellen sowohl für Syrien als auch für die Welt eine Bedrohung dar.

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