Kreuz und Bibelspruch: Das Berliner Stadtschloss erhitzt die Gemüter


Kurz vor der baulichen Vollendung des Berliner Stadtschlosses ist die Debatte um das umstrittene Kuppelkreuz auf dem Bauwerk wiederaufgeflammt. Doch nicht nur das: Vor wenigen Tagen wurde ein weiteres christliches Element auf der Kuppel sichtbar, das seither die Gemüter erregt und deutliche Kritik hervorruft.

Steffen Zimmermann | katholisch.de

Hätte man die Aufgabe, den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses mit nur einem passenden Adjektiv zu beschreiben, müsste man sich wohl für „umstritten“ entscheiden. Denn auch wenn man mit Blick auf die inzwischen fast vollendete Rekonstruktion des Schlosses ebenso „barock“ oder aufgrund der enormen Baukosten von mehr als 640 Millionen Euro „teuer“ wählen könnte – beide Begriffe würden das Bauwerk im Herzen Berlins nur unzureichend erfassen. Wer jedoch vom „umstrittenen Stadtschloss“ spricht, der fasst den Wiederaufbau der einstigen Hohenzollern-Residenz und die ihn begleitenden Debatten der vergangenen zwei Jahrzehnte ziemlich treffend zusammen.

Spätestens seit sich der Deutsche Bundestag 2002 für den Wiederaufbau des Schlosses ausgesprochen hatte, war das Projekt immer wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen. Dies galt – je näher der Bau seiner Vollendung kam – auch für den erst spät bekannt gewordenen Plan, die Kuppel über dem Westportal des Schlosses mit einem Kreuz zu krönen. Nachdem noch in den ersten Entwürfen des italienischen Architekten Franco Stella kein Kreuz vorgesehen war und dieses Detail auch in den Diskussionen um den Wiederaufbau keine große Rolle gespielt hatte, wurde das Kreuz 2017 – finanziert durch eine private Millionenspende – plötzlich als „krönender“ Abschluss des Wiederaufbaus präsentiert.

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