Bannons „Kaderschmiede“ behauptet sich vor Gericht


In der Abtei Trisulti will Steve Bannon mit einem rechtskatholischen Institut künftige rechtskonservative Führungskräfte ausbilden. Bei einem Streit um den Pachtvertrag konnte er sich nun vor Gericht durchsetzen.

Matthias Rüb | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Äußerte Genugtuung nach dem Urteil: Steve Bannon (Archivbild) Bild: AP

Der frühere Trump-Berater Steve Bannon hat im Streit um die Nutzung der Abtei Trisulti in der mittelitalienischen Region Latium einen weiteren Erfolg vor Gericht erzielt. Die Nutzung des Klosters war im Februar 2018 nach einem umfangreichen Ausschreibungsverfahren vom Kulturministerium in Rom dem rechtskatholischen Dignitatis Humanae Institute (DHI) übergeben worden. Das Institut wurde im Dezember 2008 in Brüssel gegründet. Geschäftsführer ist bis heute der Brite Benjamin Harnwell, der als einer der wichtigsten Vertrauten Bannons in Europa gilt. Als Jahrespacht führt das DHI 100.000 Euro an den italienischen Staat ab, der Vertrag wurde für eine Dauer von zunächst 19 Jahren geschlossen. Das DHI hat zudem zugesagt, die renovierungsbedürftige Klosteranlage mit eigenen Mitteln in Stand zu setzen.

Im Juni 2019 hat das Kulturministerium in Rom den Pachtvertrag mit dem DHI jedoch für ungültig erklärt. Zur Begründung hieß es, das inzwischen auch in Italien als gemeinnützige Stiftung registrierte Institut habe die Ausschreibung unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gewonnen. Anstoß nahm der damalige Kulturminister Alberto Bonisoli von der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung an den Plänen Harnwells und Bannons, in Trisulti eine Kaderschmiede für künftige rechtskonservative Führungskräfte einzurichten. Ziel des DHI ist gemäß Selbstdarstellung die „Verteidigung der jüdisch-christlichen Fundamente der westlichen Zivilisation im Lichte der Erkenntnis des Menschen als Bild und Ebenbild Gottes“.

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