Australien: Kirche zu Strafe wegen Verkaufs von Bleiche als Covid-19-Heilmittel verurteilt


Eine in Australien ansässige Gemeinde der Genesis II Church of Health and Healing ist von den australischen Behörden zur Zahlung von über 90.000 Euro Strafe verurteilt worden. Die Kirche hatte Bleiche als Mittel zur Heilung von Covid-19 und anderen Krankheiten beworben und sogar verkauft.

Hella Camargo | hpd.de

Foto: pixabay.com (Pixabay License)

Der australische Ableger der Genesis II Church of Health and Healing (Kirche der Gesundheit und Heilung) hatte auf seiner Internetseite ein vermeintliches Heilmittel beworben und sogar zum Verkauf angeboten. Dieses Wundermittel sollte gegen Covid-19, aber auch zahlreiche weitere Erkrankungen wie Diabetes, diverse Krebsarten, Autismus oder Akne helfen. Leider handelte es sich bei dem vermeintlichen Alleskönner um Industriebleiche, wie sie zum Beispiel bei der Reinigung von Schwimmbecken verwendet wird. Die sogenannte Miracle Mineral Solution (MMS) wurde vom Kirchengründer Jim Humble „erfunden“ und allen Gefahren zum Trotz an verzweifelte erkrankte Menschen verkauft.

Dabei handelt es sich um die Chemikalie Natriumchlorit (NaClO2). Mit Wasser und Säure wie Zitronen- oder Salzsäure versetzt, bildet sich das ätzende Chlordioxid. Während gesunden Menschen klar ist, dass Reinigungs- und Flächendesinfektionsmittel, Lacke, Lösungsmittel, Motorenöl oder Schneckenkorn sich nicht zur Einnahme eignen, schaffen es Scharlatane im Internet immer wieder, Heilungsgeschichten zu erfinden und die Warnungen vor Vergiftungen als Versuch Heilmittel zu unterdrücken abzutun.

Einige Länder haben bereits durchgegriffen und zumindest den Verkauf von MMS und seinen Nachfolgeprodukten als Nahrungsergänzungs- oder gar Heilmittel verboten. So hatte Spanien bereits 2014 reagiert und die Mittel vom Markt verbannt.

weiterlesen