Streit um Kreuz auf Berliner Stadtschloss: „Das ist preußisches Staatschristentum“

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Ein riesiges goldenes Kreuz wurde am Freitag auf dem Berliner Stadtschloss errichtet. Es ist heftig umstritten, schließlich ist das Schloss – oder besser gesagt das Humboldt-Forum – keine Kirche.

Maria Ossowski | rbb24

Das goldene Kreuz ist vier Meter hoch und wiegt 310 Kilogramm. Gemeinsam mit der goldenen Kuppelhaube ist das Gebilde auf dem Humboldt-Forum fast 17 Tonnen schwer. Das barocke Stadtschloss trug kein Kreuz. Erst Friedrich Wilhelm IV. ließ es 1854 über der damaligen Kapelle errichten, als Ausdruck seines preußisch-monarchischen Herrscherwillens.

Der Bundestag hatte die Rekonstruktion des Stadtschlosses ohne Kuppel und Kreuz auf den Weg gebracht. Anonyme Großspender haben die Kuppel finanziert, die Witwe des Versandhausgründers Otto spendete eine Million Euro für das Kreuz. Es wurde im Norden Berlins, in Weißensee geformt und vergoldet. Nun wird es über dem Humboldtforum glänzen, einem Ort, an dem Exponate außereuropäischer Kulturen ihre neue Heimat finden sollen – und um den die Kolonialismus-Debatte tobt.

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