Was hinter der Anti-Drosten-Kampagne von Julian Reichelt steckt


Deutschlands größtes Boulevard-Blatt fährt seit Wochen eine Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten. Der Chefredakteur führt einen Stellvertreter-Krieg.

Benjamin Reuter | DER TAGESSPIEGEL

Mit Fliegerbrille auf dem Kreuzzug gegen Drosten und die Corona-Politik: „Bild“-Chef Julian Reichelt.Foto: dpa

So eine „Zeitung muss man mit Liebe machen, nicht mit Hass“. Diesen Satz hat der langjährige „Bild“-Politikchef Georg Streiter kürzlich im Gespräch mit dem ORF in Zusammenhang mit der Berichterstattung seines alten Arbeitgebers über den Charité-Virologen Christian Drosten gesagt. Streiter ist derzeit nicht der einzige, der findet, dass die Zeitung mit den großen Buchstaben zu viel Schaum vor dem Mund und zu viel Wut auf dem Titel hat.

Einem Bericht der „Berliner Zeitung“ des für gewöhnlich gut informierten Medienkolumnisten Kai-Hinrich Renner zufolge soll sich Verlegerin Friede Springer zuletzt vor Vorstandsmitgliedern über den aggressiven Kampagnenjournalismus von „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt beschwert haben. Explizit widersprochen hat die Springer-Pressestelle der Darstellung nicht.

Was ist da los an der Axel-Springer-Straße, was treibt die Zeitung in diesen Tagen unter der Führung von Julian Reichelt in den Kampfmodus?

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