Wie eine Hinrichtungsart für Sklaven zum christlichen Symbol wurde


Pfingsten ist die Geburtsstunde der Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen. Anfangs aber hatte die junge Gemeinde noch kein allgemein bekanntes Zeichen. Das kam erst nach drei Jahrhunderten und einer Schlacht hinzu.

Sven Felix Kellerhoff | WELT

Piero della Francesca malte die Legende des Heiligen Kreuzes als Fresko. Quelle: picture alliance / akg-images

Genau sieben Wochen war die Auferstehung Christi her, und seine Jünger waren sich noch nicht ganz sicher, was das leere Grab zu bedeuten hatte. „Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.“ Die Jünger begannen, in fremden Sprachen zu reden und verstanden einander trotzdem.

Daraufhin erhob der Apostel Petrus seine Stimme und sprach: „Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Morgen; sondern jetzt geschieht, was durch den Propheten Joël gesagt worden ist. In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch.“

An diesem Tag, dem 50. seit dem Pessachfest, bekannten sich – überzeugt durch dieses Erlebnis, durch die Ankunft des Heiligen Geistes – 3000 Menschen zu Jesus Christus. So wurde Pfingsten (von griechisch „pentekoste hemera“, also „50 Tage“) zur eigentlichen Geburt der Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen.

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