Apostel Timmerevers: Wir müssen mit Verschwörungstheoretikern reden


Wie gehen wir als Christen mit Menschen auf Hygienedemos und Verschwörungstheoretikern um? Der Bischof von Dresden-Meißen hat Erfahrung damit. Im Interview spricht Heinrich Timmerevers auch darüber, warum in sein Bistum das erste war, das nach Ausbruch der Corona-Pandemie Gottesdienste gefeiert hat.

 Renardo Schlegelmilch | katholisch.de

Die ehemalige thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat den Kirchen vorgeworfen, in der Corona-Krise zu wenig getan zu haben. Eine Antwort mitverfasst hat auch der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers. Im Interview spricht er auch darüber, wie er die Corona-Pandemie in seinem Bistum erlebt.

Frage: Erstmal ganz allgemein gesprochen. Die Corona-Lage, wie ist das bei Ihnen? Wie geht es Ihnen im Moment?

Timmerevers: Also mir geht es gut. Hier in Sachsen und Ost-Thüringen und in Dresden, sind wir glaube ich in einer ganz guten Situation. Wir haben vielleicht im Vergleich mit anderen Bundesländern doch viel Glück gehabt, dass es bei uns nicht so reingeschlagen hat wie das in anderen Bundesländern war. Von daher gesehen dürfen wir etwas entspannter sein. Jetzt nach den acht Wochen, die wir so erlebt haben. Also da bin ich und sind die Menschen glaube ich zuversichtlich.

Frage: Sie waren tatsächlich das erste Bistum, dass gesagt hat: Wir machen wieder Gottesdienste, auch wenn es in einem kleineren Rahmen gewesen ist. Was sind da so die ersten Erfahrungen, die Sie gemacht haben in den letzten Wochen?

Timmerevers: Die kleinen Gottesdienste waren auch zunächst einmal ein Signal und da haben wir auch ein bisschen gedrängt in den Kontakten zur Staatskanzlei und der Landesregierung hin. Ich habe gesagt, dass wir jetzt ein Signal brauchen, dass es eine Wende gibt. Wir müssen wieder anfangen und zeigen, dass sich die äußerliche Situation wieder verändert und verbessert. Auch wenn das jetzt eine kleine Zahl ist denke ich, das war ein Zeichen des Anfangs und des Aufbruchs. Ich glaube das ist ganz gut wahrgenommen worden. Nun sind wir ja eine Diasporagemeinde, natürlich hätten wir uns auch im ersten Moment größere Gottesdienste vorstellen können, aber unsere Kirchen sind auch nicht so riesig groß, sodass wir mit 30 und 40 Plätzen in den allermeisten Kirchen im Grunde die entsprechenden Rahmenbedingungen haben, die vorgegeben sind. Von daher ist das alles gut auf den Weg gekommen.

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