Krankenkassen wollen Massentests nicht bezahlen


Gesundheitsminister Spahn will Massentests für Menschen ohne Corona-Symptome einführen, die Krankenversicherungen wollen das aber nicht bezahlen. Sie halten die Laborpreise für zu hoch und sehen nicht ein, warum sie auch für Nichtversicherte aufkommen sollen.

Christian Geinitz | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rostock: Eine Mitarbeiterin steht in der Tür zum Corona-Testzentrum der Universitätsmedizin. Bild: dpa

Die Krankenkassen halten die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) festgelegte Vergütung von Labortests auf das Coronavirus für viel zu großzügig. Der in einem kürzlich vorgelegten Verordnungsentwurf des Ministeriums festgelegte Preis von 52,50 Euro je Test sei „wesentlich zu hoch“, heißt es in einer Stellungnahme des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), die der F.A.Z. vorliegt.

Zum einen erfolgten die Nachweise inzwischen automatisiert mit weniger Personal. Zum anderen sei bei Massentests ohne Symptome, wie sie der Entwurf anstrebt, ein wesentlich günstigeres „Proben-Pooling“ mehrerer Personen zulässig. Drittens schließlich seien die „immensen Mengeneffekte“ zu berücksichtigen, wenn die Tests wie geplant stark ausgeweitet würden. Das Ministerium hatte in seinem Entwurf die Vergütung bereits von den bisher üblichen 59 Euro um 11 Prozent gesenkt.

Der Spitzenverband nennt selbst keine angemessene Vergütungshöhe in dem Papier, das am Freitag dem Ministerium zugegangen ist. Er plädiert aber „dringend dafür, die Preisbildung in einem öffentlichen transparenten Verfahren durchzuführen“. Zudem müsse festgeschrieben werden, dass die Tarife kurzfristig und regelmäßig zu überprüfen seien.

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