Warum Amerikas Polizei so häufig und so kläglich versagt


Viele US-Polizisten sind weiß – und Ex-Soldaten. Sie sollen soziale Probleme lösen, sind dafür aber nicht ausgebildet. Was sich ändern muss. Ein Gastbeitrag.

Jeffrey Sommers | DER TAGESSPIEGEL

Die Polizei beginnt mit der Räumung einer Demonstration in Washington, USA, am 01.06.2020. Landesweite Proteste richten sich nach…dpa

George Floyds Tod von der Hand – und durch das Knie – des Polizisten Derek Chauvin aus Minneapolis hat eine Welle friedlicher Proteste und gewalttätiger Ausschreitungen in den meisten Großstädten der USA ausgelöst.

Der auf Video aufgenommene und so für alle Welt sichtbare Vorfall hat die Wahrnehmung verstärkt, dass Afroamerikaner von Amerikas großem Narrativ des Fortschritts, bei dem sich die Lebensbedingungen angeblich im Laufe der Zeit verbessern, ausgeschlossen sind.

Die Daten bestätigen diesen Eindruck. Laut einer jüngsten Studie der Brookings Institution war, mit Stand 2016, „das Nettovermögen einer typischen weißen Familie […] zehn Mal größer als das einer schwarzen Familie“.

Und obwohl auf die USA lediglich 5 Prozent der Weltbevölkerung entfallen, beherbergen sie 21 Prozent der weltweit inhaftierten Menschen, und ein Drittel davon sind Afroamerikaner.

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