Sars-CoV-2 scheint ein durch Rekombination entstandener Hybrid zu sein

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Streit gab es, ob der neue Coronavirus von Fledermäusen oder Schuppentieren abstammt, amerikanische Wissenschaftler wollen nachgewiesen zu haben, dass beides stimmt

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Sars-CoV-2. Bild: NIAID/CC BY-2.0

Der Ursprung von Sars-CoV-2 ist noch immer nicht sicher erklärt, während weiter Vermutungen, genährt durch Trump und Co., herumgeistern, es könnte im Hochsicherheitslabor in Wuhan hergestellt und von dort entwichen sein, was man dort vehement abstreitet. Gemeinhin wird angenommen, dass es sich um ein Coronavirus handelt, das von Fledermäusen durch eine Mutation auf Menschen übergesprungen ist. Allerdings waren Genanalysen bislang nicht ganz überzeugend. Sie zeigten eine enge Verwandtschaft mit den Fledermäusen-Coronaviren, aber keine Übereinstimmung. Es wurde auch die Möglichkeit erwogen, dass es von Schuppentieren stammen könnte.

Die Ursprungsfrage komplizierend deuten Erkenntnisse darauf hin, dass Covid-19 schon mit dem Ausbruch in Wuhan in Europa existiert haben könnte. So soll ein Patient in Frankreich aufgrund von nachträglichen Auswertungen von Thorax-Scans bereits Mitte November 2019 an Covid-19 erkrankt gewesen sein. Zu der Zeit sollen auch schon US-Geheimdienste vor der Epidemie gewarnt haben.

Ein Team von US-Wissenschaftlern will nun herausgefunden haben, wie sie in ihrer in Science Advances erschienenen Studie schrieben, dass Sars-CoV-2 oder vielmehr die Rezeptorbindungssequenz des Glykoproteins Spike, mit dem sich das Virus mit dem Rezeptor ACE2 auf der Oberfläche menschlicher Zellen von vielen Organen und Geweben verbindet, durch eine genetische Rekombination unterschiedlicher Coronaviren aus Fledermäusen und Schuppentieren (Pangolinen) entstanden sein könnte. Das könnte ein evolutionärer Mechanismus des Austausches von genetischen Sequenzen sein, der schnell zu weiteren menschlichen Coronaviren führen kann, die auch gefährlich werden können.

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