USA: 2,5 Millionen neue Waffenbesitzer

Bild von Jan Helebrant auf Pixabay

Was dem Selbstschutz dienen soll, endet oft in Selbstmord. Unbewaffnete Schwarze werden fast doppelt so häufig von der Polizei erschossen

Bulgan Molor-Erdene | TELEPOLIS

Massen-Arbeitslosigkeit, Polizeigewalt, Wirtschaftskrise: Der Run auf die Waffengeschäfte in den USA ist dieses Jahr besonders groß. Die Verkäufe von Waffen und Munition haben seit Mitte März, als die Pandemie ausgerufen wurde, wieder angezogen. Und die überdurchschnittlich hohen Verkäufe setzen sich bis Mai fort. Die Waffenverkäufe werden auch im Juni weiter ansteigen. „Time to buy a gun“ trendet auf Twitter seit die Proteste begonnen haben.

Laut den jüngsten Daten des National Instant Criminal Background Check (NICS) des FBI wurden in diesem Jahr so viele Hintergrundüberprüfungen („background checks“) für Waffenkäufe gemacht wie nie zuvor. Insgesamt zählt das FBI in den ersten fünf Monaten 30% mehr background checks als im gleichen Zeitraum 2019. Allein 3,74 Millionen Überprüfungen waren es im März, ein Höchstwert innerhalb eines Monats seit der Einführung der background checks im Jahr 1998. Erneut über drei Millionen waren es im Monat Mai. Die Daten des FBI zeigen überhaupt jährlich steigende Zahlen.

Für den Hintergrundcheck werden Name, Adresse und Geburtstag abgefragt als auch Vorstrafen, Drogenkonsum und psychischer Gesundheitszustand. Das National Instant Criminal Background Check System (NICS) durchsucht drei Datenbanken nach Auffälligkeiten. Eine Prüfung dauert in der Regel wenige Minuten. Beim Antrag zu schwindeln zählt als eine Straftat, die mit hohen Geldstrafen und Haftstrafen verbunden sein kann. Doch private Verkäufe, einschließlich durch Waffenschauen, Online-Marktplätze oder soziale Medien, sind von den bundesstaatlichen Hintergrundüberprüfungen ausgenommen und solche Waffenverkäufe werden nicht vom FBI erfasst.

2,5 Millionen Erstbesitzer von Schusswaffen

Bisher standen Naturkatastrophen, Amok-Läufe oder Diskussionen über strengere Waffengesetze in Zusammenhang mit rapide ansteigenden Waffenverkäufen. Dieses Jahr kommen der Lockdown dazu und die Proteste gegen Polizeigewalt dazu. Über allem steht der Selbstschutz.

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