Vatikan verhaftet Finanzmanager in Investment-Affäre


Im Zusammenhang mit dem Finanzskandal im Vatikan ist es jetzt zu einer Festnahme gekommen. Der Beschuldigte wurde im Zusammenhang mit der Investition in ein Immobilienprojekt in London festgenommen. Sollte er schuldig sein, droht ihm eine hohe Strafe.

katholisch.de

Im Zusammenhang mit einer Investment-Affäre in London hat die vatikanische Justiz einen italienischen Finanzmanager verhaftet. Wie das Presseamt des Heiligen Stuhls (Freitagabend) mitteilte, werden dem Geschäftsmann mehrfache Erpressung, Veruntreuung, schwerer Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Nach einer Vernehmung am Freitag im Vatikan habe Staatsanwalt Gian Piero Milano Haftbefehl erlassen und sofort vollstreckt. Der Beschuldigte befinde sich jetzt in einer Zelle in der Kaserne der päpstlichen Gendarmerie. Bei einer Verurteilung drohen ihm nach vatikanischem Recht zwölf Jahre Freiheitsentzug.

Hintergrund ist ein Immobiliengeschäft in dreistelliger Millionenhöhe in London, mit dem das vatikanische Staatssekretariat dringend benötigte Renditen erwirtschaften wollte. Nach einem ungünstigen Verlauf musste der Heilige Stuhl mehrfach Kapital nachschießen, um die Gesamtinvestition zu retten. Im Oktober 2019 durchsuchte die vatikanische Staatsanwaltschaft nach internen Hinweisen Büros des Staatssekretariats und der vatikanischen Finanzaufsicht; fünf Mitarbeiter wurden suspendiert. Wie Papst Franziskus später einräumte, wurden für die Anlage auch Spenden von Gläubigen verwendet.

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