Bernd Ladwig: „Politische Philosophie der Tierrechte“- Gerechtigkeit für Tiere


Auch unsere so aufgeklärten Gesellschaften verhalten sich Tieren gegenüber höchst ungerecht. Der Philosoph Bernd Ladwig weiß, dass das schwer zu ändern ist. Aber er sorgt für moralische Klarheit.

Jens Balzer | Deutschlandfunk Kultur

Wie lässt sich der Kategorischen Imperativ auf Tierrechte hin anwenden? Bernd Ladwig gibt darauf Antwort. (Suhrkamp Verlag / Deutschlandradio)

Auch das war ein Effekt der Coronakrise: Der Blick der Öffentlichkeit wurde wiedermal auf die entsetzlichen Zustände in der industriellen Fleischproduktion gelenkt. Mehrere Schlachthöfe gerieten zu Infektionsherden, allenthalben wurden anschließend die Arbeitsbedingungen der Schlachter beklagt.

Vom Leid der Tiere war wieder einmal nicht die Rede: Weder von dem qualvollen Tod in den Schlachthöfen noch von der Existenz, die sogenannte Nutztiere bis zu diesem Tod führen müssen, etwa als Zuchtsauen in winzigen Kastenständen, in denen sie sich nicht bewegen können.

Für das Unrecht, das wir Tieren heute antun, werden sich unsere Nachfahren einmal schämen, schreibt Bernd Ladwig in seinem Buch „Politische Philosophie der Tierrechte“; umso mehr, als dieses Unrecht „zur Grundordnung unserer Gesellschaften“ gehört. Auch in demokratisch verfassten Gesellschaften wie unserer, die Gerechtigkeit als hohes Gut sehen, endet der Sinn dafür an der Speziesgrenze: Tiere dürfen von Menschen keine Gerechtigkeit erwarten.

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