Bremens umstrittener Pastor Latzel – Provokation im Namen Gottes


Homosexualität ist für Pastor Latzel eine Sünde. Vor Gläubigen sprach er von Verbrechern. Vor allem Evangelikale feiern ihn – bundesweit. Nun ist er vielleicht zu weit gegangen.

Uwe Wichert | buten un binnen

Wegen einiger Äußerungen des Pastors Olaf Latzel zur Homosexualität in einem Ehe-Seminar, ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft. (Archivbild) Bild: DPA | Carmen Jaspersen

In einem ruhigen freundlichen Ton erklären die Gläubigen, die an diesem Nachmittag zum Verwaltungsgebäude der Bremischen Evangelischen Kirche gekommen sind, warum sie sich für den umstrittenen Pastor Olaf Latzel einsetzen und warum für sie Homosexualität eine Sünde ist. Manfred Brandt ist einer von ihnen. Ein älterer Herr aus Bremen. Akkurat getrimmter Bart, gebräunte Haut, wacher Blick. „Es geht in erster Linie darum, die Bibel so zu nehmen, wie sie niedergeschrieben wurde. Es steht im Alten Testament, dass es ein Gräuel ist, dass zwei Männer so beieinanderliegen wie bei einer Frau. So steht es da drin“, sagt er. Aber Jesus Christus sei gekommen, um uns die Sünden abzunehmen.

Ein anderer ist Jan-Philipp Köhler. Er ist Jugendpastor der Abraham-Gemeinde in Bremen-Kattenturm. Baseballcap, Jeanshemd, großes Kreuz an silberner Kette. Der junge Mann sagt, dass Olaf Latzel sich selbst und der Kirche keinen Gefallen getan hat mit seinen Worten. „Aber dass die Kirche auch als sein Arbeitgeber letztlich eine Vorverurteilung hier vornimmt, ohne dass von der Staatsanwaltschaft bisher geprüft wurde, ob es überhaupt einen Straftatbestand gibt, die Massivität, in der das geschieht, ist nicht in Ordnung.“ Da müsse man als Geschwister im Glauben zusammenstehen.

weiterlesen