Studie: Auch Kirchen haben Flüchtlingsgegner in rechte Ecke gestellt


In der Frage nach dem Umgang mit Flucht und Asyl haben sich die Fronten verhärtet. Daran haben auch die Kirchen mitgewirkt, sagt die Sozialforscherin Christel Kumbruck. Doch sie sieht noch die Chance auf eine Annährung verschiedener Positionen.

katholisch.de

Trotz einer starken Polarisierung der Gesellschaft in der Flüchtlingsfrage sieht die Sozialforscherin Christel Kumbruck noch Chancen für eine Annäherung. Gespräche von Flüchtlingshelfern und Flüchtlingsskeptikern in kleinen Gruppen könnten die Grautöne in den Argumentationen zum Vorschein bringen und Verständnis für die jeweils andere Seite wecken, sagte Kumbruck in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die „Willkommenskultur-Euphorie“ von 2015 habe nach einer von ihr geleiteten Studie wesentlich dazu beigetragen, dass deren Gegner und Skeptiker sich schnell in eine rechte Ecke gestellt sahen. „Die Kirchen und viele andere haben dazu beigetragen, dass schnell zwischen Gut und Böse unterschieden wurde.“

Für die qualitative Studie haben die Psychologin und ihr Team von der Hochschule Osnabrück Menschen befragt, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, und solche, die in Briefen oder Demonstrationen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen Stellung beziehen. Partner des Forschungsprojekts „Zivilgesellschaftliches Engagement“ ist das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Unter der Leitung von Petra-Angela Ahrens haben Forscher des Instituts auf Grundlage der Ergebnisse der qualitativen Studie eine repräsentative, quantitative Befragung gestartet. Deren Ergebnisse sollen im Herbst präsentiert werden.

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