Spekulieren mit dem Peterspfennig


Der Vatikan beginnt mit der Aufklärung eines undurchsichtigen Immobiliengeschäfts in London. Hunderte Millionen Dollar wurden dafür investiert, zum Teil aus Spenden für Arme. Jetzt gab es eine erste Festnahme.

Matthias Rüb | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Man könne das Geld nicht einfach „in die Schublade stecken“, sagt Papst Franziskus Bild: AFP

Der Mann wurde am Freitagabend im Vatikan festgenommen, unmittelbar nach einem acht Stunden dauernden Verhör. Seither befindet sich Gianluigi Torzi, 41 Jahre alter Investmentbanker und internationaler Immobilienmakler aus Termoli in Süditalien, im Gewahrsam der Gendarmerie des Kirchenstaates. Ihm werden von der vatikanischen Justiz Betrug, Veruntreuung, Geldwäsche und Erpressung vorgeworfen. Im Falle eines Schuldspruchs könnte er bis zu zwölf Jahre ins Gefängnis kommen.

Es passiert nicht oft, dass ein Staatsangehöriger Italiens im Vatikan festgenommen wird. Die Anwälte des Untersuchungshäftlings gaben sich am Wochenende zuversichtlich, dass sich die Unschuld ihres Mandanten bald erweisen werde. Schon dessen Festnahme sei „das Resultat eines großen Missverständnisses und der Fehlinterpretation der Aussagen“ Torzis gewesen, teilten die Anwälte mit. Schließlich sei Torzi freiwillig zum Verhör aus dem Ausland angereist, habe zudem seit Beginn der Ermittlungen mit den Behörden des Heiligen Stuhls kooperiert und diesen Dutzende von Dokumenten übergeben.

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