„Religiöse Linke“ – stark im Protest gegen Trump


Im Gegensatz zur „Religiösen Rechten“, die vornehmlich aus weißen Christen besteht, ist die „Religiöse Linke“ in den USA sehr vielfältig, auch konfessionell. Sie engagiert sich für Minderheiten und gegen Polizeigewalt und hat unter der Präsidentschaft Donald Trumps enorm an Zulauf gewonnen.

Sinje Stadtlich | Deutschlandfunk

Die „Religiöse Linke“ steht in den USA traditionell an der Seite der Bürgerrechtsbewegung (imago stock&people / ZUMA Press)

„Even when we are apart, may we feel our spirits close…“

Ein Gottesdienst in der „Judson Memorial Church“, einer Baptisten-Kirche in Manhattan – wegen der Corona-Pandemie momentan nur online zu sehen. Reverend Donna Schaper wird aus ihrem Wohnzimmer zugeschaltet. Die Pastorin liest eine Passage aus dem Zweiten Buch Mose und deutet den Bibeltext politisch. Für sie ist Religion per se politisch.

„Wir haben drei Probleme: eines ist das Virus. Das zweite ist die Wirtschaft. Und das dritte ist der Präsident. Wir bräuchten jetzt Führung. Jemanden, der sich um uns kümmert und über uns wacht. Jemand, der das Gemeinwesen lenken kann.“

Und das tue der aktuelle Präsident nicht. Die Allianz mancher Christen mit Donald Trump sei nicht im Sinne Jesu, sagt Donna Schaper im Gespräch.

„Es gibt nichts Höheres als Gott. Der Staat steht nicht über Gott. Der Präsident ist nicht Gott, auch wenn er vielleicht denkt, er sei es. Und deswegen unterstellt diese Maxime, dass Christen sich einfach aus der Politik heraushalten sollten, dass Politik größer sei als Gott. Und das stimmt nicht. Damit Gott Gott sein kann, muss er uns leiten und über allem stehen, tatsächlich über allem.“

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