Die Bewegung „QAnon“ wird zur Religion


Korrupte Eliten foltern unterirdisch Kinder, das Coronavirus ist eine Bio-Waffe und Donald Trump der Erlöser. Die Verschwörungserzählungen von „QAnon“ bedienen alte Muster und Feindbilder. Vor allem weiße Trump-Fans fühlen sich angesprochen, doch die Digitalsekte wächst auch außerhalb der USA.

Christian Röther | Deutschlandfunk

Anhänger der QAnon-Bewegung sehen in Donald Trump einen Propheten. Und Trump befeuerte das Ganze auch, indem er bei Twitter schon mehrfach Q-Botschaften verbreitete. (dpa / newscom / Junfu Han)

„Wir sind Q“, sagt dieser Mann vor einer Veranstaltung mit US-Präsident Donald Trump. Damit meint er: Wir sind die Q-Bewegung. Auf Trump-Veranstaltungen hört und liest man diese Aussage immer wieder: Wir sind Q! Also Q, der 17. Buchstabe des Alphabets.

„Wir wissen nicht genau, wer Q ist“, sagt dieser Mann einem CNN-Reporter. Deswegen wird Q auch QAnon genannt: Anon, das steht für anonym. Der Mann meint, Q seien wohl mehrere Personen. Auf jeden Fall hätten sie Insider-Informationen und seien „die Guten“.

Bei QAnon geht es um eine angebliche Verschwörung gigantischen Ausmaßes. Die Kurzfassung: Eine verdorbene Elite aus demokratischer Partei, Banken, Medien und so weiter herrsche heimlich über die USA. Und Donald Trump sei von ranghohen Militärs dazu auserwählt worden, diesen „Tiefen Staat“ zu Fall zu bringen, meint auch diese Q-Anhängerin: „Donald Trump was picked by military leaders to run for president as a way to kind of bring down the deep state.“

„Neue amerikanische Religion“

QAnon wird in den USA immer wieder als religiöse Bewegung bezeichnet. Die Parallelen liegen auf der Hand: Es gibt mit Q eine Art Propheten. Der schart Prediger und Anhängerinnen um sich. Tausende sollen es inzwischen sein. Sie verbreiten seine Heilsbotschaft und erwarten eine Art kosmischen Endkampf zwischen Gut und Böse.

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