Was ein deutsches Urteil zur Homöopathie bemerkenswert macht


Ein Gericht in Darmstadt hat entschieden, dass Arzneimittel mit Inhalten werben dürfen, die gar nicht nachweisbar sind. Warum eigentlich?

Sascha Jung | DERSTANDARD

Der ursprünglich aus der US-Werbebranche stammende und später von der Informatik übernommene Slogan „What you see is what you get“ soll für klare Erwartungshaltungen sorgen. Das, was man sieht, bekommt man auch. Eine deutsche Apotheke will sich ebenso klar an ihre Kunden wenden: Sie benennt die von ihr produzierten sowie vertriebenen homöopathischen Arzneimittel jeweils mit der Bezeichnung des Ausgangsstoffes und dem Grad seiner Verdünnung.

Im konkreten Fall geht es um das homöopathische Arzneimittel „HCG C30 Globuli“ beziehungsweise „HCG C30 Tropfen“. HCG ist ein Schwangerschaftshormon und soll nach Ansicht von Homöopathen beim Abnehmen helfen. C30 bedeutet eine Verdünnung im Verhältnis 1:10 hoch 60. Das entspricht einem kleinen Molekül des Ausgangsstoffes in einer riesigen Wasserkugel, deren Durchmesser dem Abstand zwischen Erde und Sonne gleicht.

weiterlesen