EU bestätigt Vorfall: Türkische Marine verhindert „Irini“-Einsatz


Ein verdächtiger Frachter hat Libyen trotz des Waffenembargos ohne Kontrolle angelaufen. Drei türkische Kriegsschiffe reklamierten „souveräne Immunität“ für das Frachtschiff – es sei unter ihrem Schutz unterwegs.

Thomas Gutschker | Frankfurter Allgemeine Zeitung

EU-Mission im Mittelmeer: Ein Boarding Team der Bundeswehr vom Tender „Rhein“ bei seinem Einsatz zur Beschlagnahmung von Waffen und Munition vor der libyschen Küste. Bild: dpa

Vor der libyschen Küste hat sich am Mittwoch ein gravierender Zwischenfall bei der Durchsetzung des Waffenembargos ereignet. Drei türkische Kriegsschiffe verhinderten, dass ein unter der Flagge Tansanias fahrender Frachter von einer griechischen Fregatte kontrolliert werden konnte, die im Rahmen der EU-Marinemission „Irini“ im Einsatz war.

Der Sprecher des Auswärtigen Dienstes der EU bestätigte den Vorfall am Donnerstag, ohne in Details zu gehen. Nach Informationen der F.A.Z. reklamierten die türkischen Schiffe „souveräne Immunität“ für den Frachter, der unter ihrem Schutz unterwegs sei.

Nach Angaben einer Quelle sollen die Schiffe sogar mit dem Einsatz von Gewalt gedroht haben. Der Frachter lief den libyschen Hafen Misrata an. Wie am Donnerstag aus diplomatischen Kreisen zu hören war, handelte es sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art, seitdem die Mission im April begonnen hat. Es war aber der erste, der bekannt wurde, weil das staatliche griechische Fernsehen darüber berichtete. Demnach nahm der Kommandeur der Operation „Irini“ seinen Befehl zur Kontrolle des Schiffs nach der türkischen Intervention zurück.

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