Trumps Verhalten in der Corona-Krise spaltet US-Christen: „Sozialkonservative im Stresstest“


Für seine Wiederwahl braucht Donald Trump jede Stimme. Vor allem unter weißen Evangelikalen und konservativen Katholiken. Doch ausgerechnet in seiner Stammwählerschaft schwindet derzeit sein Rückhalt.

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Benjamin Horbowy steht mitten im Sturm um Donald Trump fest an der Seite des Präsidenten. Der 37-Jährige aus Tallahassee in Florida ist begeistert von Trumps Bibel-Foto vor der St. John’s Episkopal-Kirche in Washington vor knapp zwei Wochen. Als Sieg des Guten gegen das Böse deutet der Evangelikale Trumps Gang zur Kirche, den er sich von der Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen frei räumen ließ.

„Er macht einen Jericho-Spaziergang“, erklärt Benjamins Mutter dem „Guardian“ das Vorgehen des Präsidenten, das Trump den Vorwurf eintrug, die Religion für seine Politik zu missbrauchen. Im alttestamentarischen Buch Josua befiehlt Gott den Israeliten, die Stadt Jericho sieben Mal zu umkreisen, damit deren Mauern einstürzen.

So wie die Horbowys sehen viele Evangelikale und Sozialkonservative Trump als Garanten dafür, religiöses Recht im weltlichen Recht durchzusetzen. Doch mitten in der Krise von Pandemie, Wirtschaftseinbruch und landesweiten Anti-Rassismus-Protesten wenden sich Teile der Evangelikalen und Katholiken von Trump ab. Etwas gerät in Bewegung.

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