Belgiens Kolonialgeschichte: Ein König fällt in Ungnade


In den USA stürzen steinernde Südstaatler, in Belgien geht es König Leopold II. an den Kragen: Die Anti-Rassismus-Proteste befeuern auch in Europa den Streit über den Umgang mit der Kolonialzeit.

Michael Schneider | tagesschau.de

Symbol für die blutige Vergangenheit Belgiens: Unter anderem in Brüssel wurde ein Denkmal von König Leopold II. beschmiert. | Bildquelle: REUTERS

Das Standbild von König Leopold II. hat einen Ehrenplatz vor dem Königspalast in Brüssel. In diesen Tagen aber sieht der Herrscher ziemlich mitgenommen aus. „Pardon“ hat jemand in großen weißen Buchstaben quer über seine Brust gepinselt. „Mörder“ ist auf den Sockel der Statue gesprüht.

Nachwirkungen eines Wochenendes, welches ziemlich turbulent war. Zehntausende hatten am vergangenen Sonntag gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Dabei stürmte eine Gruppe auch die Statue, die kongolesische Flagge in der Hand. „Leopold, Mörder!“, skandierte die Menge. Und: „Wiedergutmachung!“.

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