Bürgermeisterin trotzt Trump: „Gehen Sie zurück in Ihren Bunker“


Wenn sie nichts gegen Terroristen täten, werde er selbst etwas tun, hatte Donald Trump den Behörden in Seattle gedroht, als Demonstranten dort eine „autonome Zone“ ausriefen. Bürgermeisterin Jenny Durkan wollte sich das nicht bieten lassen.

Majid Sattar | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Seattles Bürgermeisterin Jenny Durka Bild: Reuters

Donald Trump kleidete seine Drohung in ein vermeintliches Lob: Die gescheiterte Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren habe einen Antrag eingebracht, Militärstützpunkte umzubenennen, in denen amerikanische Soldaten, die zwei Weltkriege gewonnen hätten, ausgebildet worden seien. „Hoffentlich fallen unsere großartigen republikanischen Senatoren darauf nicht herein.“ Vordergründig geht es um die Frage, ob die Streitkräfte ihren erinnerungspolitischen Umgang mit Soldaten der Konföderation im Lichte der Proteste gegen Rassismus ändern müssen. Eigentlich geht es aber darum, den Präsidenten in die Schranken zu weisen.

Trump hatte vor der Warnung an die Republikaner schon klargestellt, für ihn komme eine Umbenennung nicht in Frage. Er weist zurück, dass es einen systemischen Rassismus im Land gibt. Eine Umbenennung wenige Monate vor der Präsidentenwahl wäre ein Zugeständnis an die Demokraten. Für einige moderate Republikaner wäre der Schritt indes eine versöhnliche Geste in aufgewühlten Zeiten – und ein Zeichen, dass Trump die Streitkräfte nicht für seine Zwecke missbrauchen könne.

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